- sonst "z´reisst" (wie man auf gut bayerisch sagt) und ich
- ggf. jemanden brauche, der mir vielleicht mal eben die Welt erklärt...
Was war der Stein des Anstoßes?
Der Plakatentwurf war klar erkennbar als surrealistisches (click) grafisches Composing angelegt, welches dem Betrachter schon auf den ersten Blick zeigen sollte, worum es im wesentlichen geht. Eben um den optischen und schnell verständlichen Brückenschlag zwischen Hochwasser, der Region Straubing und der regionalen Bäckerei. Dass es sich bei dem Motiv um ein grafisches Composing handelt, war alleine schon aufgrund der bewussten perspektivischen Unterschiede und den stark variierenden Proportionen der einzelnen Elemente im Bild ersichtlich.
Der "Aufreger" war die Tatsache, dass im Bild der Straubinger Stadtturm aus den Fluten eines virtuellen Sees herausragte, umgeben von ein paar schwimmenden Brezen.
Ich poste das Bild jetzt einfach mal:
"Der Straubiger Stadtturm steht unter Wasser?"
"OH mein Gott - wie geschmacklos - das geht ja gar nicht!!!"
"OH mein Gott - wie geschmacklos - das geht ja gar nicht!!!"
Okay.
Ich bin ja offen für Diskussionen und auch sehr gerne bereit, dazu zu lernen.
Aber um der Diskussion etwas Würze zu geben möchte ich mal noch ein paar Dinge anmerken, über das "was geht" - und worüber sich ansonsten scheinbar keiner aufregt... :
- Hinz und Kunz rennt ins Hochwassergebiet, behindert dort Helfer, verstopft die Verkehrswege, macht dort Bilder. Okay, das ist ja nichts Neues. Was ich mich allerdings frage: Warum werden deren Bilder-Produktion dann von allen möglichen Portalen und in Social-Media-Netzwerken großteils mit voller medialer Unterstützung geteilt und gepusht was das Zeug hält, wenn sich jeder über die Gaffer aufregt?
- Und diese Bilder sind keine Composings - nein Leute, das ist REALITÄT. Zerstörte Anwesen anderer Menschen, verstörte Gesichter, erschöpfte Helfer... die allgemeine Sensationsgeilheit kennt scheinbar überhaupt keine Grenzen. Aber das ist dann "politisch korrekt", wenn die Realität teilweise unter Missachtung elementarster Persönlichkeitsrechte in Bildern ausgeschlachtet wird...
- Ein Journalist, der in einer Kolumne "Von Bibern und Gaffern" mit sichtlich erkennbarem Einsatz des Stilmittels "Ironie" (click) schreibt und die Frage aufwirft, ob letztere Spezies vielleicht nicht auch zum Abschuss freigegeben werden sollte, wird halb in der Luft zerrissen...
Haben wir echt nichts besseres zu tun, als uns über sowas aufzuregen? Aber Entschuldigung, ich hab wohl vergessen dass man vor allem eines braucht, um solche humoristischen Spielarten zu verstehen:
ein gewisses Quantum Hirn. Und das schrumpft meiner Beobachtung nach bei vielen Zeitgenossen genauso rasant dahin, wie die Liquidität des griechischen Staatshaushalts. - In den letzten Tagen häufen sich die Bilder und Grafiken von Firmen im Web, die für irgendwelche Hilfsaktionen werben. Was wird gezeigt? ECHTE überschwemmte Häuser (vor allem 500x das ECHTE Straubiger Herzogschloss, geflutet aus allen Winkeln und Perspektiven. ECHTE verzweifelte Menschen. ECHTES Elend. Siehe oben.
Komisch - da regt sich keiner drüber auf...
(ich könnte hier eine Litanei von Beispielen zeigen, lasse dies hier aber aus urheberrechtlichen Gründen. 5 Minuten in facebook surfen genügt auch...) - Aber die absolute Krönung kommt ja noch:
Kaum ist der erste Keller vollgelaufen, treten eiskalt die knallharten Medienprofis auf den Plan. Da werden in Windeseile die diversen "Hochwasser-Info", "Hochwasser-Helfer-", "Hochwasser-Schlag-mich-tot"-facebook-Seiten eingerichtet - natürlich nicht, ohne unterschwellig an geeigneter Stelle (oder auch plump permanent in jeder Grafik) zu erwähnen, von welchem ach so sozialen Unternehmen dieser Service eingerichtet wurde... Natürlich alles mit ECHTEN Katastrophenbildern - die ja auch immer gerne geteilt werden, je spektakulärer, umso besser. Denn die Medienprofis wissen: alles was die Menschheit irgendwie trift und aufwühlt eignet sich bestens als Multiplikator in der Social-Media-Landschaft. Werberwirksamkeit und Reichweite somit bestens garantiert.
Nur über dieses offensichtliche "Katastrophen-Trittbrettfahrer-Marketing" regt sich ebenfalls keiner auf.
Nein, im Gegenteil, da wird völlig kritiklos geteilt und geliked was das Zeug hält...
Und da frage ICH mich jetzt.....: "Leute, GEHTS EIGENTLICH NOCH???!!!??"
Ich habe persönlich keinerlei Problem damit, den Straubinger Stadtturm in einem Composing virtuell unter Wasser zu setzen. Ich hätte eher ein Problem damit, unter dem Deckmäntelchen der "aktiven Hilfeleistung" eine werbewirksame Social-Media-Kampagne zu starten. Nicht weil ich nicht wüsste wie´s geht.
Sondern weil DAS dann eher was ist, wo ICH mich frage, wo denn bitte die "political correctness" liegt...
Wie gesagt: JETZT lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Ich bin gespannt auf Eure Meinung.
Übrigens - hier ist die finale Version des Plakats, ohne das Straubinger Wahrzeichen.
Ein Vorteil: Diesen Entwurf könnte ich jetzt theoretisch auch an eine Bäckerei im hohen Norden oder am Chiemsee verkaufen ;-b
(Was ich natürlich nicht tun würde, weil ich dieses Plakat übrigens auch unentgeltlich entworfen habe um die Aktion zu unterstützen.)




































